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Donnerstag 11. Dezember 2003, 15:12 Uhr
Schlag gegen Menschenhandel und illegale Prostitution

Magdeburg (AP) Polizei und Justiz ist ein Schlag gegen Menschenhandel und illegale Prostitution in sieben Bundesländern gelungen. Bei einer vom Landeskriminalamt Magdeburg geleiteten Großrazzia sind in der Nacht zum Mittwoch und den ganzen Tag über zeitgleich 52 Objekte durchsucht worden, wie Sachsen-Anhalts Innenminister Klaus Jeziorsky am Donnerstag in Magdeburg sagte. Sieben Männer, zwei Deutsche, zwei Griechen, zwei Italiener und ein Libanese seien verhaftet worden.

Gegen sie als Hauptverdächtige einer 50-köpfigen Tätergruppe aus dem Rotlichtmilieu wird wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Ausbeutung von Prostitution, schweren Menschenhandels, gewerbsmäßiger Hehlerei und räuberischer Erpressung ermittelt. Ihnen wird unter anderem Schutzgelderpressung und Führung von Bordellen vorgeworfen. «Wir sind sicher, damit auch den intellektuellen Kopf des Netzwerkes erwischt zu haben», sagte Frank Hüttemann vom Landeskriminalamt.

Von der Durchsuchung, an der insgesamt 486 Polizisten, Zöllner und Steuerfahnder teilnahmen, waren bordellartige Einrichtungen, Wohnungen und Firmen überwiegend in Sachsen-Anhalt, aber auch in Brandenburg, Berlin, Sachsen, Hessen, Niedersachsen und dem Saarland betroffen. Als Beweismaterial sicher gestellt wurden unter anderem vier Pistolen und ein Revolver, größere Mengen Munition, historische Bilder, über 65.000 Euro Bargeld sowie Geld anderer Währungen.

17 überwiegend aus Osteuropa stammende Prostituierte, die weder eine Arbeits- noch eine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland besitzen, wurden vorläufig festgenommen. Drei der Frauen seien bereits in ihre Heimatländer abgeschoben, sechs weitere den Ausländerbehörden übergeben worden, teilte Justizminister Curt Becker mit. Der Aktion zweijährige Ermittlungen vorausgegangen. Die weiteren Untersuchungen in diesem Fall von Organisierter Kriminalität richten sich auch gegen internationale Verflechtungen. So soll es Ermittlungen in einem Mittelmeer-Anrainerstaat geben.

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