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Freitag
8. August 2003, 13:10 Uhr
Türkei:
Erdbeben-Hilfsgelder für Dörfer veruntreut
Istanbul
(AFP)
Fast 50 Dorfbürgermeister
im Osten der Türkei stehen unter Verdacht, staatliche Hilfen
für die Verbesserung der Infrastruktur veruntreut und das Geld
mit Prostituierten verjubelt zu haben. Gegen die 47 Lokalpolitiker
seien Untersuchungen eingeleitet worden, berichteten türkische
Medien. In dem besonders armen Landstrich in der Nähe der Großstadt
Erzurum sollte nach einem Erdbeben 1999 mit öffentlichen Geldern
die Infrastruktur verbessert werden; unter anderem sollte jedes
Dorf eine moderne öffentliche Toilette erhalten. Doch das von
den Behörden für den Toiletten-Bau und andere Projekte
gelieferte Baumaterial verschwand vielerorts spurlos.
So seien 2000
in die Dörfer entsandte Lastwagen-Ladungen Sand nie an ihren
Bestimmungsorten angekommen; auch Zement sei verschwunden, sagte
der zuständige Landrat Mustafa Özsoy. Bei einer Inspektion
der 66 Dörfer in seinem Landkreis seien in 47 Orten keine Toiletten
oder andere vorgesehene Neubauten gefunden worden. Die Zeitung "Hürriyet"
berichtete, einige Bürgermeister hätten das Baumaterial
illegal weiterverkauft und das damit verdiente Geld für Prostituierte
in der Schwarzmeer-Stadt Trabzon ausgegeben.
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