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Mittwoch
3. September 2003, 14:18 Uhr
Mutmaßliche Menschenhändler vor
Gericht
Frankfurt/Main
(AP) Vor dem Frankfurter Landgericht müssen sich seit Mittwoch
sieben Männer und eine Frau wegen schweren Menschenhandels,
Zuhälterei und Körperverletzung verantworten. Den Angeklagten
im Alter von 28 bis 60 Jahren wirft die Staatsanwaltschaft vor,
zwischen 1999 und 2002 mindestens 26 Frauen aus der Ukraine, dem
Baltikum und Russland nach Deutschland gelockt und zur Prostitution
gezwungen zu haben.
In der 258-seitigen
Anklageschrift heißt es, den meisten Frauen seien über
Mittelsmänner in einem ukrainischen Reisebüro Stellen
als Bardamen, Putzfrauen oder Kellnerinnen angeboten worden. Anschließend
seien sie mit Reisepapieren ausgestattet und nach Frankfurt am Main
gebracht worden. Bereits wenige Tage nach ihrer Ankunft habe man
sie an Bordelle vor allem in Hessen aber auch in den angrenzenden
Bundesländern vermittelt.
Laut Anklage
wurden den Frauen die Pässe abgenommen. Hilflos seien sie auch
wegen ihrer mangelnden Sprachkenntnisse gewesen. Außerdem
seien sie bedroht worden, als sie sich weigerten, als Prostituierte
zu arbeiten. Die Angeklagten hätten den Frauen einen Großteil
des verdienten Geldes abgenommen. Sie mussten laut Anklage auch
für ihre Reisekosten, die Miete, anfallende Arztkosten und
den Transfer zum Bordell selbst aufkommen.
Als Kopf der
Zuhälterbande, zu der vorwiegend Ukrainer zählen sollen,
benennt die Staatsanwaltschaft einen 39 Jahre alten ukrainischen
Sportlehrer. Ein Hinweis hatte die Ermittler 1999 auf den Zuhälterring
aufmerksam gemacht. Über ein Schutzprogramm des hessischen
Sozialministeriums wurde den Frauen schließlich neben psychologischer
Betreuung auch die Duldung in Deutschland angeboten, damit sie den
Strafverfolgungsbehörden als Zeuginnen zur Verfügung stehen
können.
Zu
dieser Initiative kam es, nachdem 1999 in einem ähnlichen Fall
nur einer von zehn wegen Menschenhandels und Zuhälterei angeklagten
Männer verurteilt werden konnte, weil die Frauen im Prozess
nicht mehr aussagen wollten und damit die wichtigsten Beweise weggefallen
waren. Im jetzigen Prozess treten zehn der Opfer als Nebenklägerinnen
auf.
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